Bericht zum Sommerlager vom 18.07.14 – 27.07.14 in Lohmen

Am 18.07.14 um kurz vor neun ging es für alle Leiter und Kinder mit geliehenen Bullis und Autos Richtung Osten ins Sommerlager. Das Wetter war traumhaft und ziemlich heiß, was vor allem den neun Pfadfindern zu schaffen machte, die in dem einzigen Bulli ohne Klimaanlage saßen. Nach 8,5h Stunden erreichten auch die letzten Autos den Pfadfinderzeltplatz in Lohmen, der für die nächsten zehn Tage das zu Hause der Ellinghorster Pfadfinder sein würde.

Nach dem Ausladen mussten natürlich die Zelte aufgebaut werden. Erstaunlicherweise schafften das die Kinder ohne Gemecker und ohne viel Hilfe in neuer Rekordzeit und die Zelte standen wie eine eins. Bis dann auch die allerletzten Zelte standen und das Abendessen fertig war, war es bereits Abend geworden. Wie in jedem guten Lager wurde ein Lagerfeuer entzündet und es wurde sich zusammen gesetzt.

Während die Kinder sich selbst beschäftigten, wurde die Aufenthaltsjurte zugemacht und zwei verrückte Professoren arbeiteten darin. Man hörte nur klappern, sah Taschenlampen und hörte wahnsinniges Gelächter. Zwischendurch unterhielten sich die beiden Professoren laut stark. Als Rauch aus der Jurte aufstieg, stolperten die beiden Profs aus der Jurte und standen den Kindern gegenüber, die sich mittlerweile versammelt hatten. Sie stellten sich als Professor Taugenichts und Professor Wahnsinnig vor und erklärten den Kindern, dass es ihnen gelungen sei eine Zeitmaschine zu bauen. Jeden Morgen nach dem Frühstück würden sie zusammen mit den Kindern in eine andere Zeit reisen. Wohin wussten sie jedoch nicht. Damit war das diesjährige Motto Zeitreise eingeleitet und die Kinder konnten so nach und nach ins Zelt geschickt werden.

Am nächsten Morgen trafen sich die abenteuerlustigen Pfadfinder zusammen mit den beiden Professoren in der Zeitmaschine. Es wurde ein Kreis gebildet und alle mussten sich an die Hände fassen. Die Augen wurden geschlossen und die Reise ging los. Manchmal musste man Gegenständen ausweichen oder die richtigen Kurven erwischen. Gar nicht so einfach! Man landete zur Zeit der Bibel. Moses kam um die Ecke und überbrachte den Kindern die 10 Lagerregeln, die ab nun gelten sollten. Anschließend wurden die Kinder in drei Gruppen eingeteilt und mussten in Spielen wie Archer Noah, David gegen Goliath, Lazerus oder Herodes zeigen, dass sie sich mit der Bibel auskannten. Zum Abschluss gab es noch ein Bibelquizduell und die Platzierungen wurden verkündet.

Da es an dem Tag auch wieder sehr heiß war, veranstalteten wir spontan noch eine große Wasserschlacht, bei der kein Auge trocken blieb. Der Abend endete mit Lagerfeuer und Gitarrenmusik, nachdem man wieder in die Gegenwart gereist war.

Am Sonntag war der erste Stufentag und die Reise führte die Pfadfinder in die Zeit von Christopher Columbus. Der ließ sich auch prompt blicken, um zu sehen, wer denn die Neuankömmlinge waren. Er hatte für jede Stufe einen Umschlag mit einer Tagesaufgabe. Nachdem sich Columbus verabschiedet hatte, machte sich der größte Teil des Stammes auf den Weg ins Freibad. Die Rover und ein paar Leiter beschlossen hingegen die Gegend zu erkunden. Alle verbrachten einen wunderschönen Tag. Die Kinder tobten den ganzen Tag im Wasser, bekamen alle einen Sonnenbrand und freuten sich am Ende noch über ein Eis. Abends beehrte uns Columbus wieder und wollte nun wissen, ob wir denn auch alle die Tagesaufgabe gemacht hatten. Die Kinder sollten Bilder von dem machen, was sie erlebt hatten und auf einem Bild sollten sie mit Einheimischen zu sehen sein. Columbus prüfte sehr genau, doch alle hatten die Aufgabe bestanden. Er lauschte noch der Abendrunde, ehe es zurück in die Gegenwart ging. Dieses Mal gab es abends auch endlich das heiß begehrte Stockbrot und Marshmallows. Die Kinder waren nun vollkommen zufrieden.

Am Montag wartete direkt nach der Zeitreise ein Pfeife rauchender Columbo auf uns. Er prahlte, dass er so gut war und bisher noch jeden Fall gelöst hatte. Anscheinend konnten wir nicht nur in der Zeit reisen, sondern auch in Filme oder Serien. Ehe Columbo weiter reden konnte, kam eine völlig aufgelöste Frau angerannt und faselte irgendetwas von Mord. Columbo ging mit ihr. Als er zurück war berichtete er, dass ein junger Mann ermordet in der Wohnung seiner Großmutter aufgefunden worden war. Da sein Team mit einem anderen Fall beschäftigt war, wurden die Kinder in vier Gruppen eingeteilt: Ermittler, Spurensicherung, Labor und Expertengruppe. Alle vier Gruppen mussten eng zusammen arbeiten und ihre Ergebnisse immer weiter geben, um den Fall zu lösen. Am frühen Nachmittag hatten sie alle Fakten gesammelt und konnten den Mörder festnehmen.

Am darauf folgenden Tag war Bergfest und die Reise ging ins Mittelalter. Ein Bote des Königs war gekommen, um mitzuteilen, dass es abends ein großes Fest geben würde, aber jeder musste seinen Teil dazu beitragen. Die Kinder lernten direkt, dass man sich nicht aussuchen konnte, was man werden wollte, sondern dass man in die entsprechende Zunft geboren wurde. Und so machten sich die Holzfäller, die Färber, die Bäcker und die Kräuterhexe an die Arbeit. Es wurde Feuerholz gesammelt und gesägt, Brot selbst gebacken, T-Shirts gefärbt und Banner gestaltet, sowie Badekugeln hergestellt und Beauty-Masken gemacht. Nach dem Mittagessen hatten die Kinder nun doch die Möglichkeit sich eine Zunft auszusuchen. Doch das Beste erwartete die Kinder abends. Es wurde aus Holz ein riesiges Bankett gebaut und in der Mitte standen zwei Bedienstete, die die Kinder bedient und unterhalten haben. Die restlichen Leiter saßen abseits und stellten die Armen da. Sie mussten um Essen betteln, wenn sie etwas von den Kindern haben wollten. Es gab reichlich gegrilltes, Salat, selbstgebackenes Brot, sowie Traubensaft. Wie im Mittelalter üblich, gab es kein Besteck und so wurde mit den Fingern gegessen. Das Festmahl dauerte bis zur Dämmerung. Danach wurde am Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmallows weiter gefeiert, insofern die Kinder nicht schon satt waren. Zum krönenden Abschluss gab es noch ein Nachtspiel, so dass dieser Tag erst weit nach Mitternacht zu Ende ging.
Am nächsten Tag landeten die Pfadfinder bei den Göttern auf dem Olymp. Doch sie konnten nicht einfach bleiben. Sie mussten unter Beweis stellen, dass sie würdig waren und mussten bei jedem Gott eine Prüfung in Kleingruppen bestehen. Sie brauchten Intelligenz, Mut und Kraft. Obwohl die Götter zweifelten, schafften sie doch alle Prüfungen mehr oder weniger.

Am Donnerstag stand der zweite Stufentag auf dem Programm und weil jede Stufe viel vor sich hatte, blieb die Zeitmaschine an diesem Tag außer Betrieb. Bei den Wölflingen gab es ein Geburtstagskind und so ging es zur Feier des Tages in den Zoo nach Dresden. Natürlich erst als die Geschenke ausgepackt waren. Die Juffis wanderten zur Bastei und erkundeten die Gegend und die Rover und einige Leiter verschlug es bis nach Prag. Erst abends trafen alle wieder zusammen und erzählten sich von ihren Erlebnissen. Es gab wegen dem Geburtstagkind Stockbrot und er hatte auch noch einige Tischfeuerwerke zur Verfügung.

Am Freitag stand der Stammestag nach Dresden auf dem Programm, den wir zum Glück dank der Spende und zur Freude unserer Kinder realisieren konnten. An diesem Tag hatte ein Mädchen der Jungpfadfinder Geburtstag, die der Ausflug natürlich besonders gefreut hat. Es war Spionage Zeit und in der Morgenrunde hatten wir von Mr.X einen Brief bekommen, dass er uns etwas sehr wertvolles gestohlen hatte. Schnell wurde festgestellt, dass es sich dabei um das Stammesmaskottchen Lizzy handelte. In Dresden sollten Agenten aufgesucht werden, um Mr.X zu finden. Auf dem Weg zu den Agenten, konnte man die Schönheit der Stadt bewundern. Viele Kinder waren noch nie in so einer großen Stadt. Daher blieben sie oft staunend stehen. Es war heiß und der Weg hart, dennoch konnte Mr.X nach einigen Stunden überführt werden. Es blieb sogar noch Zeit, um Dresden auf eigene Faust zu erkunden. Ein unvergesslicher Tag für alle. Abends wurde noch der Geburtstag gefeiert, der mit Stockbrot und einem Nachtspiel beendet wurde.

Am letzten Tag ging es in die Kindheit der Leiter. Überall hingen Bilder von TV-Serien und nicht immer konnten die Kinder damit etwas anfangen. Bei einer größeren Spielaktion mussten sie jeder Figur (Pipi Langstrumpf, Schlumpf, Biene Maja,…) etwas bringen und bekamen dann etwas, was eine andere Figur brauchte. Es hieß also gut kombinieren und viel laufen. Nachmittags konnten alle Zelte, bis auf die zwei Rundlinge abgebaut werden und die älteren durften ihre erste Nacht unter freiem Himmel verbringen.
Am nächsten Morgen wurde der Rest verpackt und es ging wieder nach Gladbeck zurück, wo die Eltern schon sehnsüchtig auf ihre Kinder warteten. Nach einer gemeinsamen Reflektion und nachdem alles verstaut war, ging jeder nach Hause. Es waren zwar alle müde und k.o., aber trotzdem stand für alle fest, dass es ein tolles Sommerlager war!!!